EC-Messung im Anbau Schritt für Schritt
EC-Messungen sind bei Nährlösungen, Bewässerungswasser und definierten Bodenextrakten nützlich. Für Entscheidungen benötigen Sie eine saubere Sonde, richtige Kalibrierung und vergleichbare Probenvorbereitung. Leitfähigkeit zeigt weder einzelne Nährstoffkonzentrationen noch die gesamte Wasserqualität unmittelbar an.
1. Das System vorbereiten
Prüfen Sie Bereich, Zustand und Einstellungen des Geräts. Verwenden Sie einen zum Arbeitsbereich passenden Leitfähigkeitsstandard und die konkrete Anleitung. Füllen Sie gebrauchten Standard nicht in die Vorratsflasche zurück. Richten Sie Kalibrierung und unabhängige Kontrolle nach den Prozessanforderungen aus; eine bestimmte Messanzahl oder ein fester täglicher Abstand gilt nicht allgemein.
Lassen Sie die Temperatur stabil werden und beachten Sie die eingestellte Referenztemperatur sowie den Kompensationskoeffizienten. Eine bestimmte Wartezeit allein bestätigt keine Stabilität. Wenn das Gerät TDS anzeigt, prüfen Sie den Umrechnungsfaktor; EC und TDS sind unterschiedliche Größen.
2. Die Probe messen

- Entnehmen Sie eine repräsentative Probe in ein sauberes Gefäß.
- Spülen Sie die Sonde und tauchen Sie sie nach Anleitung ein. In der Messzelle dürfen keine Luftblasen verbleiben.
- Beachten Sie vorgeschriebenes Rühren und warten Sie auf stabile Temperatur und Anzeige.
- Notieren Sie Wert, Einheit, Temperatur, Kompensation und Probenkennung.
- Reinigen Sie die Sonde nach der Messung und lagern Sie sie gemäß Herstellerangaben.
Für Einheitenvergleiche gilt 1000 µS/cm = 1 mS/cm. Fehlende Einheiten oder eine andere Referenztemperatur können wie eine Lösungsänderung aussehen, obwohl nur die Bedingungen anders sind.
3. Nährlösung und Hydroponik
Vergleichen Sie Ausgangswasser, fertige Lösung und den betreffenden Systemteil nach Ihrem Plan. Leiten Sie Zielwerte für EC und pH aus Kultur, Phase, Substrat, Klima und Technik ab. Ein gemeinsamer Bereich für sämtliches Blattgemüse oder alle Pflanzen könnte ungeeignet sein.
Prüfen Sie bei Abweichungen Mischen und Dosierer, tatsächlichen Wasserverbrauch, Verdunstung und Tankzustand. Hohe EC kann mit Salzbelastung zusammenhängen, bestimmt aber deren Zusammensetzung nicht. Entscheiden Sie über Verdünnung, Ergänzung oder Austausch anhand der gesamten Lösung. Lassen Sie nach Änderungen ausreichend mischen und messen Sie erneut; beurteilen Sie die Wirkung nicht allein nach einer festen Wartezeit.
4. Boden und Substrat
Leitfähigkeit eines Bodenextrakts, eines Extrakts aus gesättigter Paste und einer direkten Sonde sind nicht automatisch austauschbar. Geben Sie bei Boden:Wasser-Gemischen Massen- oder Volumenverhältnis, Probenaufbereitung, Extraktionsmedium und Zeit an. Vergleichen Sie Ergebnisse mit Interpretationswerten für dasselbe Verfahren.
Bei Topfkulturen kann ein definiertes Verfahren wie Pour-through verwendet werden, sofern es zum Anbau passt. Ein einzelner Extrakt beschreibt jedoch nicht jeden Teil des Wurzelraums vollständig. Hohe Leitfähigkeit weist auf ein Problem hin, unterscheidet aber allein weder Salzbelastung, eine erhöhte Natriumbelegung des Bodens noch das Fehlen einzelner Nährstoffe.
5. Wasser, Industrie und Pool
EC kann Veränderungen bei Wasseraufbereitung, im Kühlkreislauf oder im Produktionsprozess verfolgen helfen. Sie bestätigt keine gesundheitliche Unbedenklichkeit von Trinkwasser. Ablagerungen in der Tropfbewässerung haben mögliche unterschiedliche Ursachen; EC allein bestimmt weder Eisen- und Mangangehalt noch den Bedarf einer chemischen Reinigung.
Pool-pH, Desinfektionsmittel und gegebenenfalls ORP werden mit eigenen geeigneten Verfahren beurteilt. Ein EC-Gerät ersetzt diese Prüfungen nicht; ein einzelner ORP-Wert ist weder eine direkte Chlorbestimmung noch ein Nachweis hygienischer Sicherheit. Grünes Wasser oder Reizungen lassen sich nicht automatisch einem einzigen Parameter zuschreiben. Befolgen Sie einen überprüften Betriebsplan.
6. Gerätewahl und Pflege

AD32 kann ein praktischer kompakter EC/TDS-Tester sein, AD310 ist ein tragbares EC-Gerät und AD332 ein tragbares Modell. Prüfen Sie bei der Auswahl Bereich, Sonde, Umgebung und Speicherung. Ein tragbares Messgerät ist nicht automatisch für dauerhaft eingebaute Regelung vorgesehen.
Spülen Sie die EC-Zelle und entfernen Sie Ablagerungen mit einem passenden Verfahren. Die Lagerung von pH-Elektrode und EC-Sonde ist nicht automatisch gleich. Beachten Sie bei einem kombinierten Gerät die Regeln beider Teile. Überprüfen Sie nach Reinigung oder bei Fehlerverdacht das Ergebnis mit einem geeigneten Standard.
Häufige Fragen und Kontrollliste
EC oder TDS? EC ist direkt gemessene Leitfähigkeit; TDS ist bei vielen Geräten eine Schätzung aus EC. Kennen Sie bei TDS den Umrechnungsfaktor.
Warum verändert sich der Wert? Prüfen Sie Temperatur, Kompensation, Probenahme, Blasen, Sauberkeit, Dosierung und Verdunstung.
Wie oft messen? Bei Herstellung und Änderungen der Lösung sowie nach Arbeitsplan. Ein stabiler Datensatz unter gleichen Bedingungen ist nützlicher als unvergleichbare Zufallswerte.
Was notieren? Probenkennung, Vorbereitungsverfahren, EC und Einheit, Temperatur, Kompensation, gegebenenfalls TDS-Faktor, Kontrollergebnis und durchgeführte Änderung. Ergänzen Sie EC durch pH und weitere für das konkrete System erforderliche Parameter.
